Einmal Prinzessin

In einer Suite der Princess Grill-Class reist es sich an Bord der Queen Elizabeth besonders komfortabel. Peggy Günther hat es ausprobiert.

Kennen Sie Isobel Peachey? Der britischen Zeichnerin wurde 2009 die Ehre zuteil, Queen Elizabeth zu porträtieren – als jüngste Künstlerin überhaupt. Dreimal traf die 31-jährige die britische Monarchin und mit Sicherheit schlug ihr das Herz bis zum Hals, als die Queen das Ergebnis zum ersten Mal in Augenschein nahm – an Bord des jüngsten Cunard-Liners, den die Queen nur wenige Minuten später taufen sollte.


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Seither regiert Queen Elizabeth mit wachem Blick die Lobby des gleichnamigen Schiffs, umgeben von Art Déco-Elementen. Ihr gegenüber hängt ein Wandpanel aus 40 Hölzern, das vom Neffen der Queen geschaffen wurde. Und über die breiten Treppen flanieren üppige Roben wie zu alten Oceanliner-Zeiten. Und doch hat auch an Bord der traditionsreichen Cunard-Liner eine neue Ära Einzug gehalten. Hinter der Kleidungsempfehlung „Formal“ steht neuerdings ein „optional“ – kein Gast soll sich genötigt fühlen. Doch das Schöne bei Cunard ist: Selbst an „informellen“ Abenden sind jede Menge schicker Cocktailkleider unterwegs.


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Ganz besonders gilt das für die obersten Kabinenkategorien: die Princess und Queens Grill-Suiten. Deren Gästen genießen ein eigenes Sonnendeck, eine separate Lounge und kleinere Restaurants mit einer langen Sitzung sowie exquisiten Speisekarte. „Grill“-Restaurants eben, wie die besten Restaurants in den 1920er-Jahren genannt wurden. Auch die Rezepte aus dieser goldenen Ära der Ocealiner können hier neu erlebt werden, sie wurden in einem großangelegten kulinarischen Neuentwurf der Reederei erst vor kurzem neu interpretiert und in die Menüs integriert.


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Feine Nuancen

Die Unterschiede im High End-Bereich an Bord definieren sich über Nuancen: Die Queens Grill-Suiten sind mit 45 bis 128 Quadratmetern noch etwas größer als die Princess Grill-Kategorie (31 Quadratmeter), außerdem haben sie einen Butlerservice, eine inkludierte Minibar und werden bei der Ausschiffung sowie beim Tendern bevorzugt abgefertigt. Insgesamt sind 127 der 1.045 Kabinen an Bord Suiten. Hier zu wohnen ist ein royales Gefühl. Und es macht Eindruck, wenn man im Fahrstuhl seine Kabinenkarte einsteckt, um auf die entsprechenden Decks ganz oben in der Schiffsmitte zu kommen.


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Einer der schönsten Orte für die Suitenbewohner ist der Courtyard, der Hof zwischen den zwei Grill-Restaurants – hier plätschert ein Springbrunnen, altenglische Straßenlaternen verbreiten am Abend ein weiches Licht und man sitzt auf schmiedeeisernen Stühlen mit dicken Polstern. Was kann es luxuriöseres geben, als sich in diesem windgeschützten Idyll unter dem Sternenhimmel ein edles Dinner servieren zu lassen? Schließlich lautet das unausgesprochene Motto der Grill-Kabinenkategorie „Geht nicht – gibt es nicht“. Die Zufriedenheit der Gäste scheint das höchste Ziel zu sein. Und wenn die ältere Dame, die immer eine Suite für ihre Kuscheltiere bucht, auf einmal mit all ihren „Freunden“ im Restaurant essen möchte, überzeugt man sie diskret davon, einen Koch auf die Suite schicken zu dürfen – im Cunard-Style....


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