Asiens grüne Hafenstadt

Singapur ist eine hochmoderne Stadt der Superlative, und sie wird immer grüner. Kreuzfahrtpassagiere sehen das schon bei der Hafeneinfahrt. Roland Mischke war vor Ort.

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Wer mit dem Kreuzfahrtschiff nach Singapur kommt oder dort in ein Schiff einsteigt, hat bei der Hafenein- und Ausfahrt Blicke auf ein Stadtbild, das imponiert. Gen Himmel ragende futuristische Wolkenkratzer, breite Highways und Shoppingkomplexe sind von Deck aus zu sehen. Der Stadtstaat mit seinen 5,4 Millionen Einwohnern präsentiert sein hypermodernes Gebilde, das perfekt erscheint.


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Doch noch etwas anderes ist auffällig. Die Natur, die einst mit gewaltigen Urwaldriesen gerodet worden war, ist zurückgeholt worden. Singapur ist grün wie nie zuvor, statt des früheren Dschungels gibt es nun
















Parks und Botanische Gärten. In den letzten Jahren wurde mehr als eine Milliarde Euro in das Grün investiert. Das sieht man, riecht man sogar im Zentrum, es hat die Luft messbar noch sauberer gemacht. Singapur hat ohnehin weder Smog noch Luftverschmutzung wie andere Großstädte Asiens. Die Tropeninsel in unmittelbarer Äquatornähe nennt sich nun auch „Stadt im Garten“.

Wie funktioniert so etwas in einer kompakten City, in der jeder Quadratmeter kostbar ist? Die Singapurer haben das Land für den zweiten Garten – einen Botanischen Garten hat der Stadtstaat längst, er ist ein größerer Park – dem Meer abgerungen. 101 Hektar misst Gardens by the Bay, verteilt auf drei aufgeschaufelte Landstreifen rund um die künstlich erschaffene Meeresbucht, die zum Süßwasserreservoir und Freizeitpark ausgebaut wurde.


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Eine sechsspurige Straße und ein U-Bahn-Anschluss führen zum Garteneingang. Dann geht es zu Fuß auf dem sieben Kilometer langen Hauptweg durch das Gartengelände. Fünf Millionen Besucher erholen sich hier im Jahr, es gibt eine Freiluftbühne für 30.000 Menschen und ein Dutzend Restaurants. Viele auf 20 Grad heruntergekühlte Glashäuser, in denen 260.000 Pflanzen aus aller Welt bestaunt werden können, auch solche, die es am Äquator nicht gibt. Draußen stehen Bäume wie Giganten der Urzeit, ein 35 Meter hoher Wasserfall lässt kühles Nass in einen Teich prasseln und an 18 Stahlriesen wuchern 163.000 Hängepflanzen aus mehr als 200 Arten.

Weil sich Singapurer mit Durchschnittsware nicht zufrieden geben, haben sie einen mehr als 1000 Jahre alten Olivenbaum aus Italien und einen 34-Tonnen-Baum aus Senegal einfliegen lassen. Aus China wurden eine über 500 Jahre alte Kamelie und Steine, die den Garten markieren, importiert. Für Menschen, die es gewohnt sind, mit einer Temperatur zu leben wie in einer Autowaschanlage, ist die Erholungszone eine Wohltat. Insgesamt ist der Anteil der Grünflächen von einem Drittel auf die Hälfte der Stadtfläche erweitert worden. „Stadt im Garten“ mit freiem Eintritt...


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