Unterwegs auf Rieslings Spuren

„Winzer-Crashkurs“, Rad fahren und Kreuzfahrt, dazu pittoreske Städtchen und beeindruckende Landschaft. Axel Scheibe fuhr mit der PATRIA und dem Drahtesel zu den schönsten Plätzen an der Mosel.

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Noch bis vor wenigen Minuten hat Peter Weis den Gästen mit Leidenschaft seine Passion, den Weinbau näher, gebracht und sie (theoretisch) zu kleinen Weinbauern werden lassen. Aufmerksamkeit war ihm gewiss. Nun, nachdem die Theorie der Praxis weichen musste und Nummer 1 der Weinverkostung in den Gläsern schimmert, wird es unruhig, steigt die Stimmung im Weingut F.J. Weis in Zell. Eigentlich sollten die Radler, die immerhin rund 50 km in den Beinen haben, langsam müde werden – doch weit gefehlt. Mit jedem Glas Wein wird es lauter und lustiger. Peter Weis, der seit mehr als 30 Jahren das Traditionsweingut führt, kennt das und freut sich immer aufs Neue darüber, wie gut seine frischen, fruchtig-mineralischen Rieslinge bei den Gästen ankommen. Bis ins Jahr 1710 reicht die Geschichte des Weingutes und heute gehören 8,5 ha dazu, die Peter Weis und seine Mitarbeitern überwiegend an den steilsten Weinbauern in der berühmten Lage Zeller Schwarze Katz bewirtschaften. Der Zeiger der Uhr bewegt sich auf 23 Uhr zu. Ein guter Winzersekt sorgt für den Höhepunkt der Weinverkostung. Allmählich schleicht sich dann doch das eine oder andere Gähnen in die Gespräche. Weinselig, so endet der Abend. Bis zum schwimmenden Hotel ist es eine halbe Stunde Fußweg. Die PATRIA hat vor Zell festgemacht. Perfekt zum Auslüften der Köpfe. Alle sind sich einig, so hat man sich die Mosel gewünscht und vorgestellt.

Dabei sind die Radler aus fünf Nationen gerade mal zwei Tage unterwegs. In Koblenz sind sie an Bord der gemütlichen PATRIA gegangen. Gut eine Woche wird sie ihr schwimmendes Hotel sein. Bis Saarburg, geht es über unzählige Schleifen stromaufwärts. Lange Zeit auf der Mosel, die letzten Kilometer auf der Saar und dabei immer parallel zum Schiff auf dem Rad. Bewegung muss sein: Immerhin bringt die Küche der PATRIA Tag für Tag Leckeres auf den Tisch und auch abseits von Schiff und Rad hat das Moseltal manch kulinarische Verführung. Nicht nur in flüssiger Form.

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Begleitet von den hohen Weinbergen der Terrassenmosel erreicht die Gruppe das erste Etappenziel: Cochem. Die von historischen Fachwerkhäuser durchzogene Altstadt mit Marktplatz und Martinsbrunnen am Fuße des Märchenschlosses Reichsburg zeigt sich als ein Moselstopp wie aus dem Bilderbuch.

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Weitere Moselimpressionen, wie sie jeder Reiseführer verspricht, liegen auch auf der Tour von Cochem nach Zell im Blickpunkt der Radler. Während die PATRIA mit rund zehn Knoten langsam ihre Bahn zieht, sind es immer wieder hohe Weinberge, die die Radwege entlang der Mosel säumen. Mit Beilstein steht ein weiteres kleines Schmuckstück auf dem Programm, dessen Burganlage und hübsche Fachwerkhäuser bereits mehrmals als Filmkulisse dienten. Wenig später, wo die Eisenbahn den Kaiser-Wilhelm-Tunnel verlässt, zwischen Ediger Eller und Bremm, finden die fruchtig-grünen Terrassen ihren absoluten Höhepunkt. Am Calmot passiert der Radweg den steilsten Weinberg der Welt mit einer Steigung bis zu 68 Grad. Ein Blick nach oben lässt schwindeln. Wer soll die Arbeit bezahlen, die hier in jeder Weintraube steckt?...


… Lesen Sie weiter in der aktuellen AN BORD.


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