Ein Gigant der beeindruckt – und polarisiert

Mit der Symphony of the Seas hat die amerikanische Reederei Royal Caribbean International ein weiteres Mal den größten Cruiseliner der Welt in Betrieb genommen. Beat Eichenberger recherchierte.

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Die Ruhe im Central Park ist beinahe surreal. Und die über 12000 echten Bäume, Sträucher und Pflanzen lassen glattweg vergessen, dass man sich auf einem Schiff befindet. Nur das dezente Vogelgezwitscher, das kommt aus Lautsprechern. Im Café plaudern Gäste an der Sonne, auf einer Bank im Baumschatten schmökert jemand in einem Buch, einige bummeln entlang der Restaurants und Boutiquen. Seitlich wird der Park von den Kabinen-Aufbauten gerahmt: «Innenkabinen» mit Frischluft-Balkon und Blick auf den Park – auch dies ist eine Besonderheit der Symphony of the Seas.


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Der vierte Streich

Die Schiffsbau-Revolution lancierte Royal Caribbean International (RCI) bereits 2009 mit der Oasis of the Seas. Die Symphony of the Seas führt diese Revolution nun weiter: Die außergewöhnliche Breite von 66 Metern ermöglicht über dem Rumpf den Aufbau von zwei längsseitig angelegten Kabinen-Trakten. Dadurch ergeben sich in der Mitte des Schiffes die beiden spektakulären, nach oben offenen Bereiche des ruhigen Central Parks und hinten des quirligen Boardwalks. Auf die Oasis of the Seas folgte 2010 die weitgehend baugleiche Allure of the Seas und 2016 die Harmony of the Seas.


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Nun hat die Nummer vier dieser speziellen Schiffsklasse, die Symphony of the Seas, ihren Dienst aufgenommen. Und RCI kann sich zum vierten Mal in Folge des größten Kreuzfahrtschiffes der Welt rühmen – die frühere Rekordjagd der Freedom-Klasse nicht eingerechnet. «Wir legen bei jeder weiteren Einheit ein klein wenig dazu, damit die Marketingleute etwas zu tun haben», witzelte Michael Bayley, Präsident und CEO von RCI, auf einer Vorstellungsfahrt von Malaga nach Barcelona. Kam die Oasis of the Seas noch auf 225'285 BRZ, weist die Symphony of the Seas inzwischen die neue Rekordmarke von 228'081 BRZ auf. Erbaut wurde sie wie ihre Vorgängerin Harmony of the Seas auf der STX-Werft in St. Nazaire, während die Oasis of the Seas und die Allure of the Seas noch auf der STX-Werft in Finnland (heute Meyer Turku) entstanden sind.

In den insgesamt 2756 Kabinen finden bei Doppelbelegung 5518 Gäste Platz, maximal gar deren 6680. Dazu kommen noch rund 2200 Crew-Mitglieder, was eine schwimmende Kleinstadt von 8800 Menschen ergibt. Diese Zahl mag begeistern oder verstören – die Schiffsbauern haben sich sehr wohl ihre Gedanken zum Thema Massengefühl gemacht. Wie bei ihren Vorgängerinnen wurden über das ganze Schiff sieben Erlebniswelten angelegt, welche die unterschiedlichsten Gäste-Bedürfnisse ansprechen....




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